Liebe ROUMIE,
Es gibt Dinge, die sagt man einfach nicht laut. Zum Beispiel, dass man sein eigenes Baby nach der Geburt nicht sofort liebt. Warum? Weil wir alle diese idealisierten Bilder im Kopf haben: Die Mutter, die ihr Neugeborenes in den Armen hält, Tränen des Glücks weint, und sofort von einer Welle bedingungsloser Liebe überschwemmt wird. Aber was, wenn es anders läuft? Was, wenn da am Anfang nur Erschöpfung, Unsicherheit oder sogar Leere ist?
Genau so war es bei mir – und vielleicht auch bei dir. Heute möchte ich dir erzählen, warum das okay ist. Warum Liebe nicht immer „auf den ersten Blick“ entsteht und warum sie dennoch so tief und echt sein kann.
Der Anfang: Gefühle, die niemand ausspricht
Als mein Baby geboren wurde, war ich überwältigt – aber nicht von Liebe. Es war eher eine Mischung aus Erleichterung, Erschöpfung und… ja, auch Angst. Ich war plötzlich verantwortlich für dieses kleine Wesen, das mich mit seinen großen Augen ansah. Aber diese berühmte „Liebe auf den ersten Blick“? Fehlanzeige.
Stattdessen fühlte ich mich schuldig. War ich eine schlechte Mutter? Warum konnte ich nicht empfinden, was doch angeblich jede Mutter sofort spürt? Ich suchte verzweifelt nach diesem magischen Moment, während ich mich durch schlaflose Nächte und die Herausforderungen des Stillens kämpfte.
Und dann passierte etwas Unerwartetes: Die Liebe kam. Sie kam, als ich mein Baby lachen sah. Sie kam, als es zum ersten Mal meine Hand hielt. Sie kam, langsam, still und wunderschön – und sie blieb.
Wie Liebe wachsen kann
Liebe ist nicht immer ein Feuerwerk. Manchmal ist sie wie eine kleine Flamme, die genährt werden will. Bei mir wuchs sie durch die kleinen Momente:
- Diese ersten Blicke: Als mein Baby mich zum ersten Mal bewusst ansah.
- Alltägliche Rituale: Windeln wechseln, kleine Spaziergänge, das Summen von Schlafliedern.
- Vertrauen: Zu sehen, wie mein Baby sich bei mir geborgen fühlte.
Es ist, als würde man ein Pflänzchen gießen – nicht alles wächst sofort, aber wenn man Geduld hat, entsteht etwas Wunderschönes.
Warum es okay ist, nicht sofort zu lieben
Wir leben in einer Welt, die uns den Mythos der perfekten Mutter aufdrängt. In Filmen, auf Social Media und sogar in unseren Köpfen gibt es dieses Bild: Eine Mutter muss sofort lieben. Aber das ist nicht die Realität, und es ist wichtig, das zu sagen.
Mutterschaft ist ein Prozess. Es ist völlig normal, wenn du Zeit brauchst, um dich an diese neue Rolle zu gewöhnen und eine Bindung aufzubauen. Liebe bedeutet nicht, immer sofort perfekt zu sein – sie bedeutet, immer wieder neu zu versuchen, da zu sein.
Sei sanft mit dir selbst
Wenn du dich in meiner Geschichte wiedererkennst, lass dir eins gesagt sein: Du bist eine wundervolle Mutter. Deine Liebe ist nicht weniger wert, nur weil sie Zeit gebraucht hat. Im Gegenteil – sie ist vielleicht sogar stärker, weil sie gewachsen ist.
Mutterschaft ist nicht immer perfekt, und das muss sie auch nicht sein. Sie ist echt, unperfekt und wunderschön, so wie du.
Sei gut zu dir und der Rest kommt von allein!
Deine Ha






