Liebe ROUMIE,
es gibt Tage, Wochen oder sogar Monate, in denen du einfach keine Lust auf Sex hast. Vielleicht fragst du dich dann, ob das „normal“ ist, ob mit dir oder deiner Beziehung etwas nicht stimmt. Die Antwort ist ganz einfach: Ja, das ist absolut okay. Du bist damit nicht allein – und du bist schon gar nicht falsch.
Wir leben in einer Welt, in der Sex oft als Grundpfeiler einer Beziehung dargestellt wird. Überall begegnen uns Bilder von Leidenschaft, von Paaren, die scheinbar ständig „in Stimmung“ sind. Kein Wunder also, dass wir uns manchmal unter Druck gesetzt fühlen, auch so zu sein. Dabei ist sexuelle Lust nichts, was du einfach an- oder ausschalten kannst. Sie ist wie das Wetter: mal sonnig und warm, mal wolkig, manchmal regnet es sogar tagelang. Und das ist völlig normal.
Es gibt viele Gründe, warum die Lust schwankt. Hormone, Stress im Job, ein voller Alltag, körperliche Veränderungen oder emotionale Belastungen – all das kann dazu führen, dass Sex gerade keine Priorität hat. Vielleicht bist du erschöpft, vielleicht beschäftigt dich etwas anderes, vielleicht willst du einfach gerade nicht. Dein Körper und deine Seele wissen ziemlich genau, was sie brauchen. Und manchmal heißt das eben: Pause.
Trotzdem schleicht sich oft ein schlechtes Gewissen ein. Gerade in langjährigen Beziehungen fragen sich viele: Bin ich genug, wenn ich keine Lust habe? Muss ich für meinen Partner oder meine Partnerin „funktionieren“? Die klare Antwort: Nein. Du bist zu nichts verpflichtet – auch nicht in deiner Partnerschaft. Es gibt keine Regel, die besagt, dass Sex ein Muss ist, damit eine Beziehung glücklich oder „richtig“ ist. Was wirklich zählt, ist, dass ihr ehrlich miteinander seid und euch gegenseitig Raum gebt für das, was ihr gerade fühlt.
Vielleicht hilft es, offen über deine Gefühle zu sprechen. Sag, wie es dir geht. Erklär, dass es nichts mit mangelnder Liebe oder Wertschätzung zu tun hat, sondern einfach ein Teil von dir und eurer aktuellen Lebensphase ist. Viele Paare merken erst in solchen Gesprächen, wie sehr sie sich auch ohne Sex verbunden fühlen können – manchmal sogar mehr als vorher.
Denn Nähe ist viel mehr als Sex. Sie steckt in kleinen Gesten: Wenn ihr gemeinsam lacht, euch in den Arm nehmt, zusammen esst oder einfach nebeneinander auf dem Sofa liegt. Vielleicht entdeckt ihr neue Rituale, kleine Alltagsmomente, die euch zusammenschweißen. Ein gemeinsames Hobby, ein Spaziergang, ein ehrliches Gespräch – all das kann Intimität schaffen, die tiefer geht als körperliche Lust.
Manche Paare erleben genau das: Nach besonderen Lebensphasen – etwa nach der Geburt eines Kindes, in stressigen Zeiten oder bei gesundheitlichen Veränderungen – verschwindet die Lust auf Sex manchmal für eine Weile. Oft schleicht sich dann das Gefühl ein, schuldig zu sein oder etwas falsch zu machen. Doch sobald Offenheit einkehrt und ehrlich über die eigenen Gefühle gesprochen wird, fällt die Last von den Schultern. Viele entdecken dann neue Wege, sich nah zu sein: Gemeinsames Kochen, Musik hören, zusammen spazieren gehen oder abends einfach zu zweit auf dem Sofa kuscheln. So entsteht oft eine neue, tiefere Form von Verbundenheit – ganz unabhängig davon, wie oft Sex stattfindet.
Vielleicht bist du gerade an einem ähnlichen Punkt. Dann sei liebevoll zu dir. Du musst niemandem etwas beweisen. Deine Bedürfnisse sind wichtig und verdienen es, ernst genommen zu werden – von dir selbst und von deinem Partner oder deiner Partnerin. Beziehung heißt nicht, sich selbst zu verbiegen, sondern gemeinsam herauszufinden, was euch guttut.
Also: Nimm dir den Druck. Sag Ja zu dir, auch wenn das mal ein Nein zum Sex bedeutet. Du bist gut, so wie du bist. Und manchmal ist genau das die beste Pflege für dich – und für eure Liebe.
Sei gut zu dir und der Rest kommt von allein! Deine Ha.






