Liebe ROUMIE,
manchmal fühlt sich Hautpflege an wie ein kleines Rätsel: Gestern war deine Haut weich und entspannt, heute spannt sie, ist trocken oder plötzlich unruhig. Und dann kommt dieser Gedanke: „Was mache ich falsch?“
Ich sag’s dir ganz direkt (und mit viel Liebe): Wahrscheinlich gar nichts.
Dein Körper verändert sich — und das ist schön. Zyklus, Schwangerschaft, Perimenopause: Das sind keine „Störungen“, sondern Phasen, in denen dein Körper unglaublich viel leistet. Deine Haut ist dabei nicht launisch. Sie ist ehrlich. Sie zeigt dir, was gerade gebraucht wird.
Ich schreibe dir das als Mischung aus ROUMIE-Freundin und Hautpflege-Profi: Ich habe gelernt, dass die beste Routine nicht die ist, die am meisten kann — sondern die, die mit dir mitgeht.
Was Hormone mit deiner Haut machen (und warum du nicht „kompliziert“ bist)
Hormone sind wie ein unsichtbares Orchester. Wenn sich die Lautstärke einzelner Instrumente verändert, verändert sich das ganze Stück — und genau so reagiert auch deine Haut.
Ganz grob (und alltagstauglich) beeinflussen Hormone vor allem:
- Feuchtigkeit & Spannungsgefühl: Wenn die Hautbarriere mehr Unterstützung braucht, fühlt sich Haut schneller trocken, rau oder „zu klein“ an.
- Talg & Unreinheiten: In manchen Phasen produziert die Haut mehr Öl — das kann Glow bedeuten, aber auch verstopfte Poren.
- Empfindlichkeit: Manchmal reagiert Haut schneller auf Reibung, Duftstoffe, starke Wirkstoffe oder Wetterwechsel.
- Regeneration: Es gibt Tage, da verzeiht deine Haut fast alles — und Tage, da will sie nur Ruhe.
Wichtig: Das ist kein „Du bist schwierig“-Thema. Das ist ein Körper-intelligent-Thema. Und du darfst lernen, diese Signale zu lesen — ohne Druck.
Dein Zyklus als Kompass: typische Hautsignale in jeder Phase
Kein Zyklus ist wie der andere. Und trotzdem gibt es Muster, die viele kennen. Nimm das hier nicht als Regelbuch, sondern als Landkarte: Du schaust drauf und denkst: „Ah. Daher weht der Wind.“
Menstruation (Tag 1–ca. 5): „Bitte sanft mit mir“
Viele erleben in dieser Phase:
- mehr Trockenheit oder ein „mattes“ Hautgefühl
- mehr Empfindlichkeit
- weniger Lust auf „viel“
Was oft gut tut:
Mild reinigen, gut eincremen, beruhigen. Und wenn du heute nur das schaffst: Gesicht waschen + Creme + SPF (falls du rausgehst) — reicht.
Follikelphase (nach der Periode bis Eisprung): „Ich bin wieder bei mir“
Häufig:
- Haut wirkt klarer, „frischer“
- mehr Regenerationsgefühl
- manchmal mehr Lust auf aktive Pflege
Was oft gut tut:
Du kannst hier, wenn du willst, deine Routine etwas „aktiver“ gestalten — aber bitte ohne Übertreibung. Ich habe mir angewöhnt, in dieser Phase nicht direkt alles zu testen, nur weil es gerade gut läuft. Haut ist kein Experimentierfeld, sie ist ein Zuhause.
Ovulation (um den Eisprung): „Glow — oder kleine Überraschungen“
Viele berichten:
- Glow (mehr „Saft“ in der Haut)
- manchmal einzelne Pickel (vor allem, wenn du zu Unreinheiten neigst)
Was oft gut tut:
Balance. Nicht zu austrocknend, nicht zu reichhaltig. Und: Hände weg vom „Ich drück das mal schnell“-Reflex. (Ich weiß. Ich kenne ihn.)
Lutealphase (nach dem Eisprung bis Periode): „Jetzt wird’s sensibler“
Das ist bei vielen die Phase von:
- mehr Unreinheiten (Kinn/Jawline lässt grüßen)
- Spannungsgefühl
- schneller gereizter Haut
Was oft gut tut:
Weniger Reiz, mehr Stabilität: Barriere stärken, sanft klären, nicht überpeelen. Wenn deine Haut jetzt „zickt“, ist das oft kein Zeichen, dass du härter ran musst — sondern dass sie Schutz will.
Zykluspflege, die mit dir mitgeht: So passt du deine Routine an
Ich mag Routinen, die sich anfühlen wie ein guter Pulli: zuverlässig, bequem, nicht kompliziert. Hier ist eine einfache „Wenn-dann“-Logik, die du durch den Monat tragen kannst.
Wenn deine Haut trocken ist oder spannt
Fokus: Barriere & Komfort
- milde Reinigung (lieber sanft als quietsch-sauber)
- mehr Feuchtigkeit + pflegende Texturen
- Reibung reduzieren (kein wildes Rubbeln mit dem Handtuch)
Mein Erfahrungs-Take: Wenn meine Haut spannt, ist mein erster Impuls manchmal „noch mehr machen“. Aber meistens hilft das Gegenteil: weniger Schritte, dafür konsequent.
Wenn du zu Unreinheiten neigst (besonders in der Lutealphase)
Fokus: sanft klären, nicht austrocknen
- nicht zu aggressiv reinigen
- lieber gezielt beruhigen und stabilisieren
- keine Panik-Aktionen („Heute alles: Peeling, Maske, Spot, nochmal Peeling“)
Profi-Gedanke: Unreinheiten mögen ein Umfeld, in dem die Barriere gestresst ist. Wenn du nur „gegen Pickel“ arbeitest, aber die Haut dabei austrocknest, kann das nach hinten losgehen.
Wenn deine Haut empfindlich reagiert
Fokus: Reizarmut
- weniger neue Produkte
- weniger Duftstoffe/„Kick“-Wirkstoffe
- sanfte Berührung, lauwarmes Wasser
Und eine Konstante, die ich dir wirklich ans Herz lege: Sonnenschutz. Nicht als „Du musst“, sondern als „Du darfst deiner Haut langfristig Ruhe schenken“.
Schwangerschaft: Wenn sich deine Haut neu sortiert
Schwangerschaft ist so ein besonderer Zustand: Dein Körper baut ein Zuhause. Und manchmal zeigt die Haut dabei sehr deutlich, dass sie mitarbeitet.
Was viele erleben:
- Trockenheit und mehr Spannungsgefühl (vor allem am Bauch)
- Juckreiz (oft harmlos, aber bitte ernst nehmen, wenn er stark wird)
- Pigmentveränderungen (z. B. dunklere Stellen)
- das Thema Dehnungsstreifen — oft emotional, manchmal belastend
Hier ist mein wichtigster Satz dazu: Dehnungsstreifen sind kein Beweis, dass du etwas falsch gemacht hast.
Sie sind ein Zeichen von Veränderung. Von Wachstum. Von Leben. Und ja: Du darfst sie trotzdem pflegen, du darfst dich wohler fühlen wollen — ohne dich dafür zu schämen.
Pflege-Fokus in dieser Zeit:
- Feuchtigkeit + Pflege für Komfort
- sanfte Rituale, die dich wieder in deinen Körper bringen
- weniger „optimieren“, mehr „begleiten“
Und bitte: Wenn du starken, ungewöhnlichen Juckreiz hast oder etwas sich „nicht richtig“ anfühlt, hol dir medizinische Unterstützung. Nicht aus Angst — sondern aus Fürsorge.
Ritual für Bauch & Körpergefühl: Dry Brush + Belly Mask
Manchmal ist Pflege nicht nur Hautpflege. Manchmal ist sie ein Moment, in dem du deinem Körper sagst: „Ich bin da.“
Ich mag eine Kombi, die sich wie ein kleines Abendritual anfühlt — besonders bei Trockenheit, Spannungsgefühl oder wenn du dich einfach wieder mehr „in dir“ spüren willst:
Step 1: Dry Brush (Trockenbürsten) — sanft, nicht „wegschrubben“
So kannst du es machen:
- auf trockener Haut, vor dem Duschen
- mit leichtem Druck (wirklich leicht)
- in ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen
- wenn es irgendwo unangenehm ist: dort weniger oder auslassen
Wichtig: Nicht über gereizte, entzündete oder verletzte Haut bürsten. Und in Schwangerschaft gilt: nur so, wie es sich gut anfühlt. Kein „ich muss das durchziehen“. Dein Körper ist nicht im Bootcamp.
Step 2: Pflege nach dem Duschen
Nach dem Duschen ist die Haut oft aufnahmefähiger. Das ist ein schöner Moment für eine pflegende Routine, die Trockenheit und Spannungsgefühl abfedert.
Step 3: Belly Mask — wie eine Umarmung für die Haut
Die Belly Mask kannst du als bewussten Pflege-Moment nutzen:
- wenn der Bauch sich trocken oder gespannt anfühlt
- wenn du dir ein Ritual wünschst, das nicht „gegen etwas“ arbeitet, sondern für dich
Mein Erfahrungs-Take: Ich merke, wie sehr solche Rituale auch mental wirken. Nicht, weil sie Zaubertricks sind — sondern weil sie dich raus aus dem Kopf und rein in den Körper holen.
Perimenopause & Menopause: Wenn die Haut mehr Schutz will
Perimenopause/ Menopause können sich anfühlen, als würde die Haut plötzlich andere Regeln spielen. Viele erleben:
- mehr Trockenheit
- mehr Empfindlichkeit
- ein „dünneres“, schneller gereiztes Hautgefühl
Hier ist die gute Nachricht: Du musst nicht „stärker“ pflegen. Du darfst klüger pflegen.
Was oft hilft:
- milde Reinigung (Barrierefreundlichkeit first)
- Feuchtigkeit + pflegende Texturen (Komfort & Schutz)
- weniger aggressive Experimente
- konsequenter SPF, weil Haut oft sensibler reagiert
Empowerment-Reminder: Das ist keine „Abbau“-Phase. Das ist eine Umstellungsphase. Und du darfst dich in ihr neu kennenlernen.
7 SOS-Tipps bei Trockenheit, Spannungsgefühl & „Ich fühl mich heute nicht wohl in meiner Haut“-Tagen
- Lauwarm statt heiß duschen — heißes Wasser kann Trockenheit verstärken.
- Nicht „quietsch-sauber“ reinigen — dieses Spannungsgefühl nach dem Waschen ist kein Ziel.
- Weniger Produkte, dafür regelmäßig — Konstanz schlägt Aktionismus.
- Reibung reduzieren — sanft abtupfen statt rubbeln.
- Duft & „Kick“ runterfahren, wenn du empfindlich bist — weniger Reize, mehr Ruhe.
- Körperkontakt-Rituale (sanfte Massage, Pflege bewusst eincremen) — wirkt oft auch emotional stabilisierend.
- Schlaf & Stress nicht unterschätzen — manchmal ist das beste „Serum“ ein früher Abend.
Und ein Satz, den ich mir selbst manchmal sage:
„Meine Haut muss heute nicht perfekt sein. Sie muss nur versorgt sein.“
Wann du Unterstützung holen solltest
Ich bin Team Selbstfürsorge — und auch Team „rechtzeitig abklären“. Bitte hol dir medizinischen Rat, wenn du z. B.:
- starken oder ungewöhnlichen Juckreiz (besonders in der Schwangerschaft) hast
- plötzlich starke entzündliche Schübe bekommst
- Schmerzen, Risse, starke Rötungen oder etwas „komisch Neues“ auftritt
- du dich insgesamt unsicher fühlst
Das ist kein Alarmismus. Das ist Respekt vor deinem Körper.
Fazit: Dein Körper verändert sich — und das ist schön
Wenn du heute nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Du bist nicht „schwierig“. Du bist in Bewegung.
Zyklus, Schwangerschaft, Perimenopause — das sind Kapitel, keine Fehler. Und deine Haut ist nicht gegen dich. Sie versucht, mit dir zu sprechen.
Du darfst deine Pflege anpassen wie deine Kleidung: mal leichter, mal wärmer, mal schützend. Und wenn du dir dabei kleine Rituale schenkst — wie sanftes Trockenbürsten und eine Belly Mask als Moment zum Durchatmen — dann ist das nicht „extra“. Das ist Fürsorge.
Sei gut zu dir und der Rest kommt von allein! Deine Ha.






